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Bergstraße und Vorderer Odenwald

Strada Montana – vor allem im Frühling zeigt sich die Bergstraße so mediterran wie es ihr römischer Name verspricht. Der blühende VORGARTEN DES ODENWALDES profitiert von dem milden Binnenklima des Rheintales. Und wenn auf und hinter den Bergen noch alles unwirtlich kahl erscheint, überzieht bereits ein zarter rosa Pastellschleier die Mandelbäume in der Ebene.

Den warmen Anorak noch im Gepäck, bietet die berühmte MANDELBLÜTE die erste Chance im Jahr, um aus den schmutziggrauen Winterstädten des Rhein-Main-Gebietes in den Frühling zu entfliehen. Von Frankfurt aus ist man in einer 3/4 Stunde an der Bergstraße.

Wenn Anfang Mai die Obstbäume der Streuobstwiesen mit der Blüte nachziehen, bietet der starke grafische Kontrast zwischen den harten, fast schwarzweißen Strukturen der kahlen Weinberge und dem duftigen Weiß der Obstblüte einen reizvollen optischen Kontrast. So ganz anders als die sanft geschwungenen Höhenzüge in harmonischen Grün-, Ocker und Rosttönen die den mittleren und hinteren Odenwald prägen.

Über dem schmalen Streifen der eigentlichen Bergstraße thronen PRÄCHTIGE BURGEN UND SCHLÖSSER, als wollten sie mit aller Macht den hinteren Odenwald vor Eindringlingen schützen. Von gruselig (die Burg Frankenstein) bis zum Inbegriff deutscher Romantik (das Heidelberger Schloss) kommt hier jeder Liebhaber von Rittern und Prinzessinnen auf seine Kosten. Vom Opa, der seinem Playmobil begeisterten Enkel eine Burg aus echten Steinen zeigen kann, bis zum Mittelalterfan der am Wochenende den Businessanzug mit den Gewändern der Burgbewohner der Stauferzeit tauscht, ist für jeden eine Burg dabei.

30 Monumente ehemaliger Odenwälder Macht gibt es auf dem BURGENWEG zu erkunden. Pittoreske Ruinen mit traumhaften Ausblick auf die Rheinebene und die dunklen Hügel des hinteren Odenwaldes und gut restaurierte Anlagen, die als große Bühne für Theater, Open -Air-Konzerte oder Gruselparties dienen.

Hier beginnt auch der schönste Odenwälder Wanderweg – der NIBELUNGENSTEIG. Von Zwingenberg bis an den Main geht es 124 km quer durch das legendäre Jagdrevier der Burgunder.

Nicht nur ein Muss für unsere Gäste. Wer seine Kindheit und Jugend in der Rhein-Main-Region verbracht hat, war irgendwann schon dort. Ziel jeder Schulklasse der Region: DAS FELSENMEER. Je nach Alter war dann die Geschichte mit den Felsbrocken schleudernden Riesen oder den schlampigen römischen Steinmetzen interessanter.

Apropos Alter und Attraktionen. Seitdem Lindenfels mit seiner "Drachen-Geschichte" den Städtewettbewerb "Ab in die Mitte" gewonnen hat, und dazu ein echtes DRACHENMUSEUM eingerichtet hat, erweist sich die "PERLE DES ODENWALDES" als ganz schön jung. Deshalb unser Tipp: Öfter mal ein Opa-Oma- Enkel-Wochenende im Odenwald buchen.

SEHENSWERT:

GEHEIMTIPPS UNSERER GASTGEBER:

Mittlerer Odenwald; Hoher Odenwald

Das Zentrum des Odenwaldes erreicht man über die B 45. Und damit fährt man streckenweise gleich über 4 Abschnitte DEUTSCHER FERIENSTRASSEN: vom Neckartal bis Michelstadt auf der Ferienroute Alpen-Ostsee, zwischen Hetzbach und Marbach auf der Siegfriedstraße und von Erbach bis Michelstadt gibt es ein kleines Stück Nibelungen- und Deutsche Fachwerkstraße. Ab wann man als Reisender den Odenwald als »Region« wahrnimmt ist ein bisschen umstritten. Für die Nordlichter gilt DARMSTADT bereits als Tor zum Odenwald. (Rein geografisch gehören die südlichen Stadtteile in jedem Fall dazu.) Der alteingesessene Odenwälder hat bei Dieburg mit seinem platten Land drumherum bereits heimatliche Identifikationsprobleme.

Bei Großumstadt lässt er allerdings gerne mit sich reden, weil er damit ein eigenes Odenwälder Weinanbaugebiet dazugewinnt. Spätestens dann, wenn er aus der Metropole Frankfurt kommend, rechts der B 45 den Otzberg als ersten Vulkan-Hügel liegen sieht, ist er »dehohm«. Aus dem Spessart oder Neckartal ist die optische Grenze eher fließend.

Der Odenwald ist offiziell von der Unesco ausgezeichneter GEONATURPARK. Darauf sind wir stolz. Er ist aber weder rein touristischer Freizeitpark noch Freilichtmuseum. Und das ist auch gut so. Viele große Unternehmen sind in den 1980iger Jahren abgewandert, aber viele kleine Unternehmen und ganz neue Branchen sind dazu gekommen. Und manche traditionellen Berufe und Firmen erleben eine Renaissance. (Siehe Handwerk). So gehört das typische Gewerbegebiet genauso zu den Odenwälder Kleinstädten, wie der schöne alte Stadtkern. Wer nicht nur Postkartenidylle wahrnimmt, sieht auch in der Kaugummifabrik aus den Fünfziger Jahren und den obligatorischen Raiffeisenmärkten mit eigener Tierfutter- und Gummibärchen-Marke den regionalen Charme einer deutschen Urlaubsregion. Wer das echte Landleben sucht, biegt mit Auto, Rad oder Bus nach rechts und links in die verwunschenen Seitentäler ab. Hier gibt es Kuhweiden, Schafherden und Forellenteiche. Kleine Gestüte, BILDERBUCH-BAUERNHÖFE UND ALTE MÜHLEN. Die beste Fleischwurst auf die Hand, Hausmacher in Dosen als Mitbringsel, die erste Begegnung mit einem frischen Odenwälder Kochkäs im Biergarten – frühabendliche Kuhparade inklusive. In den kleinen Dörfern gibt es (statt Fremdenführern) immer einen, der einen kennt, der was weiß. Über mysteriöse GRENZSTEINE, aufgegebene Steinbrüche, kuriose Geschichten über MÜHLEN und traurige von den letzten Köhlern. Auch der Odenwald hat ein paar touristische Highlights, die ein bisschen überstrapaziert sind. Für solche empfehlen wir einen simplen Perspektivwechsel.

Wie wäre es zum Beispiel mit dem BEERFELDER GALGEN bei Vollmond statt Sonnenuntergang? Mindestens gruselig ...

Im Hohen Odenwald liegt der 626 Meter hohe KATZENBUCKEL. Der sorgt dafür, dass vom schönen alten Aussichtsturm aus, (+ 18 m) sich unsere Gäste in dieser Ecke unserer Heimat nicht hinterwäldlerisch vorkommen. Der grandiose Panoramablick lässt einem bei guter Fernsicht über allen Wäldern schweben, bis hin zu Spessart und Taunus.

SEHENSWERT:

GEHEIMTIPPS UNSERER GASTGEBER:

Fränkischer Odenwald/ Churfranken

Dass ein Teil seiner Heimat bayrisch ist, hört der Odenwälder nicht so gerne. Ist er eigentlich auch nicht – er ist fränkisch – und das hat durchaus Vorteile. Es bringt ein bisschen mehr Kultur ins ländliche Leben und in den fränkischen Städten glänzt man mit BAROCKEN SCHÄTZEN und bürgerlichem Wohlstand.

Den Unterschied zwischen dem hessischen und dem bayrischbadischen Odenwald kann man erwandern. Die Landschaft zum Maintal und zum »Bauland« hin wird weiter und offener, die Markierungspunkte und Wegzeichen ändern sich. Dichter Wald mit holprigen Wegen und verwitterten Grenzsteinen wird abgelöst von Weide-Wiesen und Dinkelfeldern, durchzogen von schmalen Landsträßchen und Feldwegen mit bunten Bildstöcken am Wegesrand.

MADONNENLÄNDCHEN heißt dieser katholische Flecken im ansonsten protestantischen Odenwald, der vom Namen her eher nach Niederbayern gehört, statt nach Franken, oder gar nach Hessen Süd mit seinen aufständischen, widerborstigen Bauern.

An Stelle hochaufragender Burgen oder den markanten Umrissen ihrer Überbleibsel orientiert sich der Wanderer jetzt eher an den Glockentürmen kleiner Kapellen und Kirchen. Die architektonisch gut sichtbare Bescheidenheit kleiner Dörfer geht langsam in die üppige Gastlichkeit barocker Kleinstädte über. Hier haben die Fachwerkhäuser 1-2 Stockwerke mehr, die Gassen sind schön gepflastert und die Gasthäuser haben eine lange Geschichte. In MILTENBERG steht das älteste Wirtshaus Deutschlands. Vielleicht auch ein Zeichen dafür, dass man hier schon immer das Geld hatte, um einzukehren.

Hier verläuft der Odenwälder Kochkäs-Limes, die Biertrinker sind den Weintrinkern ebenbürtig und die Friggadelle wird zum Fleischpflanzerl. Die traditionelle fränkische Küche, ob badisch oder bayrisch, ist wesentlich fleischlastiger und sicher auch in den Zutaten üppiger gewesen, als die »ärmere« Bauernküche des mittleren Odenwaldes.

Selbst die bereits bekannten »Sehenswürdigkeiten« erfahren hier eine Aufwertung. Alles erscheint ein Stück bedeutender und prominenter. Hier ist der Limes nicht einfach römisch-germanisches Heimaterbe der Odenwälder. Hier wird er unter der Bezeichnung OBERGERMANISCH-RAETISCHER LIMES zum UNESCO-Welterbe!

SEHENSWERT:

GEHEIMTIPPS UNSERER GASTGEBER:

Südlicher und Kleiner Odenwald / Neckartal

Der Bruch ist das Spannende. Der Grenzgang zwischen wildem Wald und romantischem Flußtal. Der Kontrast zwischen stillem Naturpark und geschäftigem Tourismusmagnet.

Wer im Sommer auf dem Neckarsteig wandert und von Zeit zu Zeit den felsigen kühlen Wald verlässt, steht plötzlich wie vor einer Filmkulisse, nachdem der Regisseur "Action" gerufen hat. Auf dem Neckar tummeln sich Schlepper und Ausflugsboote. 19.000 SCHIFFE circa werden allein in Neckarsteinach pro Jahr geschleust.

In den Städten und Städtchen wimmelt es von Ausflüglern und Touristen aus aller Welt. Ähnlich wie der Rhein erfüllt der Neckar unsere tiefe Sehnsucht nach Romantik. Ob Goethe, Hesse oder Hölderlin – das scheint besonders für die Dichter selber und für Amerikaner zu gelten. Was sich in der Person von Mark Twain auch noch vereint.

Im Gegensatz zum mittleren Odenwald war das Neckartal seit Anbeginn der Menschheit besiedelt und »behaust«. Das heißt konkret vor 600.000 Jahren. Wir können also voll Stolz behaupten: DER ERSTE EUROPÄER war ein Odenwälder – genauer gesagt ein Klein-Odenwälder. Bei Mauer, in einem alten Umlauftal des Neckar, hat 1907 ein Leimener Tagelöhner dessen Unterkiefer ausgegraben.

Am Neckar trafen sich in der Spätantike Helvetier, Neckar-Sueben und Römer, im Mittelalter Ritter, Schiffer und Fischer und heute Gäste aus der ganzen Welt. Was für die Franzosen der Amerikaner in Paris, ist für uns der Amerikaner in Heidelberg – wahlweise der Japaner, Chinese oder Australier. See Europe in 3 Days!

Da sind wir froh, dass unsere deutschen und europäischen Besucher deutlich mehr Zeit mitbringen und gerne neben den Fotos auch ein Stück geschichtliches Wissen mit nach Hause nehmen: über mächtige Stauferfürsten, edle Burgherren und eher grobschlächtige Ritter. Darunter auch der mit dem bösen Spruch: GÖTZ VON BERLICHINGEN. Gleich im 4er-Pack thronen deren Burgen über Neckarsteinach.

Wer nach dem Ausflug in die quirligen Neckarstädtchen wieder etwas Ruhe und Erholung sucht, zieht sich einfach wieder still hinter die Kulissen zurück. In die ursprüngliche Wildnis der MARGARETHEN-SCHLUCHT, auf den Pfad der Flußgeschichte ...

SEHENSWERT:

GEHEIMTIPPS UNSERER GASTGEBER: